Die Theater-AG des PWG gab die Komödie "Der Revisor" von Nikolaj Gogol

Zustände sind das: Dreck in den Straßen, schmutzige Nachtmützen, eine Unteroffiziersfrau hat man ausgepeitscht, in der Poststelle öffnet man aus Neugier die Briefe "ein wenig". In diese durch und durch korrupte Gesellschaft kommt ein kleiner Beamter aus St. Petersburg. Um dem vermeintlichen Revisor (gespielt von Florian Schneider), einem jungen, eher etwas blassen Kerl, zu schmeicheln, ist man sich für nichts zu schade. Die Honoratioren des Städtchens - der Stadthauptmann, der Hospizverwalter, der Schul- und der Revierinspektor sowie der Kreisrichter (gespielt von Elmar Köcher)- bestechen ihn mit hohen Summen; Frau und Tochter des Stadthauptmanns wetteifern um ihn als Liebhaber. In dieser grotesken Lage hört man schließlich ganz unerwartet von der Ankunft des "echten" Revisors und mit einem mal zerplatzt das ganze Lügengebäude wie eine Seifenblase.

Das Publikum in der ausverkauften Sporthalle des PWG amüsierte sich köstlich, zumal die Schauspieler die im Stück angelegte Situationskomik mit großer Spielfreude ausagierten. Florian Merkel sorgte in der Rolle des "besonders schlauen" Stadthauptmanns für Lacher, an Brillanz nur noch übertroffen von Olga Sjasina als dessen überspannte Ehefrau. Das Bühnenbild mit gestaffelt gehängten Stoffbahnen war dezent und ließ der schauspielerischen Leistung genügend Raum. Beeindruckend vor allem, dass es Herrn Köcher, Leiter der Theater-AG, gelungen ist, über 20 Schüler zwischen 11 und 19 Jahren für das gemeinsame Projekt zu motivieren. Insgesamt also eine tolle Leistung, die dann auch mit lebhaftem Applaus quittiert wurde. (sw)

9.10.2004, S. Weber-Holl