Acht Denkanstöße in der Wittlicher Innenstadt

 

Im November sind an verschiedenen Stellen in der Wittlicher Innenstadt blaue stilllebenartige Plastiken aufgestellt. Sie erinnern einerseits an die Vertreibung der Juden aus unserer Stadt, thematisieren aber auch Flucht allgemein, das plötzliche Verlassen der Heimstadt und die Angst vor einer unsicheren Zukunft, womit Bezüge zu aktuellen tagespolitischen Ereignissen hergestellt werden.

Die ehemalige Klasse 10b beschäftigte sich im Unterricht in Bildender Kunst mit dem Thema "Denkmal-Mahnmal" und setzte sich sowohl mit historischen, traditionell gestalteten als auch mit modernen, zeitgenössischen Mahnmälern auseinander.

In der praktischen Arbeitsphase stellten die Schülerinnen und Schüler unter Verwendung von Alltagsgegenständen, wie Koffer, Schuhe, Geschirr, Spielzeug plastische Stillleben her, die die o.g. Thematik verbildlichen sollten. Dazu wurden die Gegenstände z.T. mit Beton ausgegossen, mit verschiedenen Spachtel- und Klebemassen verhärtet und einheitlich lackiert, um sie für einige Wochen im Freien aufstellen zu können.  

Dieses Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Emil-Frank-Institut, dem Kulturamt der Stadt Wittlich und dem Arbeitskreis "Jüdische dem Gemeinde Wittlich" durchgeführt, die auch die den Plastiken beigegebenen Kurztexte verfasst hat. (Liane Deffert)

                                                                                                                                 

"Innehalten in der Stadt" - Warum die Farbe BLAU?

Nun, zuerst das Offensichtliche: die einheitliche Farbgebung führt zur Bildung einer Einheit aller Objekte, die Zusammengehörigkeit symbolisieren.

Allerdings steckt noch mehr dahinter: so fungiert das Blau als Antithese zur Flucht und zum Unfrieden der Menschen, denn Blau ist ein Symbol für inneren und äußeren Frieden und generell für Ruhe.

Auch wird mit der Farbe Blau häufig Positives assoziiert, ein weiterer Kontrast zur damaligen Situation.

Jedoch verleiten vor allem dunklere Nuancen zur Melancholie, eine Parallele zu den zurückliegenden Ereignissen, das Blaue scheint zu verblassen und in gewisser Weise in der Vergangenheit zu liegen.

Dies dient also zum Gedenken an die schrecklichen Ereignisse, die stattfanden. (Katharina Lukas)

                                                                                                                               

Impressionen vom Eröffnungsrundgang

Die Schüler_innen der ehemaligen 10b beim Arbeiten

Die Bauhofangestellten beim Aufbau

Acht Denkanstöße - ein Rundgang mit Klassenstufe 8

Die Besichtigung der ausgestellten Werke hat mich " in eine für mich fremde Welt versetzt, obwohl wir das schon in der Schule oft besprochen haben. Ich fand es echt doof, dass es Menschen gibt, die die Skulpturen zerstören und ramponieren. Ich finde es aber gut, dass es jemanden interessiert, wie es den Juden ergangen ist ". (Florian Bochmann)

"Was sehr enttäuschend ist, dass manche Menschen diese Gegenstände, die mit Mühe gemacht wurden, einfach herausgerissen oder kaputt gemacht haben. Ich frage mich, warum die Gegenstände kaputt gemacht werden mussten. Für mich ist das unerklärlich."

"Ich fand die Schlüssel neben der Synagoge am schönsten, doch auch der Rucksack, der Koffer, das Geschirr oder die Schulbücher waren ein sehr schönes Andenken an die schreckliche Judenverfolgung. Ich finde es sehr sinnlos und schade von den Menschen, die die Dinge beschädigt haben." (Karla Pickart)

"Ich finde die Ausstellung sehr sinnvoll, da sie viele Menschen zum Nachdenken anregt und dass die Judenverfolgung nicht in Vergessenheit geraten soll, sondern dass man darüber nachdenkt und verhindert, dass dies nocheinmal passiert."

" Die Geschichte hinter den Ausstellungsstücken bringt einem auch zum Nachdenken, was sich hier eigentlich zur Zeit um den 2. Weltkrieg abgespielt hat."

" Am besten hat mir der Koffer gefallen, der symbolisieren sollte, dass man nur eine bestimmte Menge einpacken durfte. Ich fand es sehr schade, dass schon so viele Sachen kaputt waren, weil Personen ohne Gründe eine so tolle Arbeit zerstörten."

" Der Ausflug war sehr cool, weil man sehr viel über die Judenverfolgung erfahren hat und sich sehr gut in diese Zeit hineinversetzen konnte. Viele der Kunstwerke wurden beschädigt und zerstört. Das finde ich nicht gut, weil es ein Gedenkprojekt ist und man auch einen gewissen Respekt zeigen sollte." (Lilith Wrage)

"Ich finde die Ausstellung sehr schön und gut gemacht, da diese an den Nationalsozialismus erinnern soll und jedem klarmachen soll, dass so etwas nicht nochmal passieren darf." (Philipp Nicolay)

"Ich finde es sehr gut, dass das Denkmal mit den Büchern jetzt da steht, wo die jüdische Schule damals stand, um daran zu erinnern, was damals mit der Schule passiert war."

" Ich finde die Ausstellung der Werke schön, weil sie klarmachen, dass das nicht mehr passieren darf. Mich interresiert diese Zeit sehr. Ich finde es sehr schade, dass einzelne Werke zerstört werden."

" Ein Projekt hat mich besonders interessiert, nämlich das bei der Synagoge. Dort wurde die Tatsache, dass die Juden im ihre Häuser verlassen und ihre Schlüssel abgeben mussten, mit vielen Schlüsseln dargestellt. Ich finde es immer noch schlimm, darüber nachzudenken, dass so ein Teil der Menschen, die Deutsche waren, so wie jeder andere, ausgegrenzt und ausgenutzt wurde."

" Besonders fasziniert hat mich der Koffer, weil man gesehen hat, wie wenig die Menschen nur mitnehmen konnten. Ich finde, die Ausstellung hat einen auch zum Nachdenken gebracht, weil in dieser Zeit viel Schreckliches passiert ist."

"Ich finde es gut, dass man mittels Kunst an die schreckliche Zeit damals erinnert.

Ich finde es schlimm, dass es Menschen gibt, die diese Werke zerstören."

" Am besten hat mir der Rucksack gefallen, weil er auch Flucht allgemein bezeichnet. Ich finde es schlimm, an die grauenvolle Zeit zurückzudenken und schade, dass manche Menschen diese Ausstellungsstücke kaputt machen." (Lina Wilms)

" Ich finde es schrecklich zu sehen, dass auch in Wittlich die Judenverfolgung stattgefunden hat."

" Ich fand die Besichtigung gut, doch ich fand es schrecklich anzusehen, wieviel davon zerstört wurde." (Sophia Zundel)

Die Ausstellung " gab einem ein ganz neues Gefühl, was Menschen dort mitmachen mussten. Es war schrecklich zu sehen, dass die Menschen verfolgt worden waren."

" Mir haben die Kamera und die Fotos gefallen, die bei einer Flucht zurück bleiben, und somit bleibt auch die Erinnerung zurück." (Maria Englich)

" ..nur schade, dass manche Menschen auch heute keine Rücksicht nehmen..." (Justus Ploem)